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domingo, 3 de junho de 2012

Salmo 23 (Alemão - Luther)



Salmos 23

Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

quarta-feira, 18 de maio de 2011

BIBLISCHER COMMENTAR - Das ALTE TESTAMENTS - ZWEITER TEIL: PROPHETISCHE GESCHICHTSBÜCHER - Carl Friedr. Keil und Franz Dezsch - 1876 - 2ª PARTE (Alemão)



  Hieraus erklärt es sich, daß das Wirken der Propheten in den Bü­chern der Könige eine so hervorragende Stelle einnimt, gegen die zu-weilen die Geschichte der Könige zurückzutreten scheint. Bei alledem bildet aber durchgehends die geschichtliche Entwicklung des König­tums, oder richtiger ausgedrükt des Gottesreiches unter den Königen, den eigentlichen Inhalt unserer Bücher. Nicht eine prophotisch-didac­tische Tendenz, sondern der prophetiseh-historische Gesichtspunkt herseht in dem ganzen Werke und bedingt Aufnahme wie Behandlung des geschichtlichen Stoffes. Der Entwicklungsgang des Königtums war aber vom Herrn selbst durch die Verheißung, welche der Prophet Na­than dem David eröffnete, vorausverkündigt und vorgezeichnet, ,,,Wenn deine Tage voll sein werden und du *bei deinen Vätern liegen wirst, werd' ich aufrichten deinen Samen nach dir, der von deinem Leibe kommen wird, und sein Königreich feststöllen. Derselbe wird meinem Namen ein Haus bauen und ich werde den Thron seines Königreiches befestigen auf ewig. Ich werde ihm Vater sein und er wird mir Sojsn sein, daß wenn er sich vorgeht, ich ihn züchtigen werde mit Menschen-Ruthen und mit Schlägen der Menschenkinder; aber meine Gnade wird nicht von ihm weichen, sowie ich sie von Saul weichen ließ, den ich vor dir weggetan. Und beständig soll dein Haus und dein Königreich sein auf ewig vor dir, dein Thron wird festgestelt sein auf ewig" (2 Sam. 7, 12---.16). Diese überaus herrliche Verheißung bildet den rochen Faden, der sich durch die Geschichte der Könige von Salomo bis zum babylo­nischen Exile herab hindurchzieht; sie bildet die leitende Idee in der Darstellung dieser Geschichte in unsern Büchern. Wie der Herr die­ses gnadenreiche Wort erfült hat, wie•er den Samen Davids um seiner Vergehun gen willen erst gezüchtigt, dann verstoßen bat, doch nicht auf , dies beabsichtigt dg Verf. in der Geschichte der Könige darzu­legen. Zu dem Ende weist er in der Geschichte Salomo's nach, wie Salomo troz der von Adonija versuchten Usurpation des Thrones das ganze Reich seines Vaters erhielt als der vom Herrn erwählte Same Davids und seine Hersehaft befestigte, und wie der Herr ihm gleich am Anfange seiner Regierung zu Gibeon die seinem Vater erteilte Verheißung unter der Bedingung treuer Befolgung seines Gesetzes er­neuerte ünd auf sein Gebet ihm nicht nur ein weises und verständiges Herz, sondern auch Reichtum und Ehre gab, daß seinesgleichen unter allen Königen der Erde nicht zu finden war (1 Kg. 1, 1-5, 14); wie Salomo sodann das nach denn Willen des Herrn von seinem Vater ihm aufgetragenb Werk der Erbauung des Tempels ausführte und der Herr ihm nach Vollendung, desselben nochmals die Erfüllung jener Verhei­ßung zusagte (c. 5, 15-9, 9); wie esgllich Salomo, nachdem er durch Vollendung seiner übrigen Bauten, durch den großen bis zu fernen Völkern gedrungenen Ruf seiner Weisheit und durch seine großen, teils durch Schiffahrt und Handel, teils durch Tribute und Geschenke erlangten, Reichtümer zr höchsten irdischen Herrlichkeitgelangt war, seines Gottes der- ihm' diese Herrlichkeit verliehen hatte vergaß und im Alter durch seine. vielen ausländischen Weiber sich zur Untreue . gegen den Herrn verleiten ließ, dafür aber das Urteil Gottes vernehmen mußte: „Weil du meinen Bund nicht gehalten und meine Satzungen die ich dir geboten habe, so werd ich das Königreich dir entreißen und es deinem Knechte geben; doch bei deinem Leben will ich es nicht tun um-deines Vaters David willen; von der Hand deines Sohnes werd ich es reißen; nur das ganze Königreich will ich nicht abreißen; einen Stamm werd ich deinem Sohne geben, um meines Knechtes David wil­len und um Jerusalems willen, das ich erwählt habe" (9, 10-11, 13). Also weil Gott dem Samen Davids den ewigen Besitz des Thrones zu-gesagt hat (2 Sam. 7, 12 ff.),' darum soll dem Sohne Salomo's ein Teil des Königreiches mit der erwählten Stadt Jerusalem verbleiben, und seineni Knechte (Jerobeam, 1.1, 26-40) nur die Herschaft über zehn .Stämriie'zuteilwerden. Die geschichtliche Verwirklichung dieses Aus-, spruches wird in der Geschichte der beiden getrenteu Reiche nach-. gewiesen.

  In. dem synchronistisch gefaßten Berichte über diese Reiche sind, nach dem schon in der Genesis befolgten Principe, die Nebenlinien der Patriarchen vor der Hauptlinie zu behandeln (s. I, 1 S. 6), die Regie­rungen der Könige Israels vor denen der gleichzeitigen Könige Juda's beschrieben und teilweise auch mit größerer Ausführlichkeit; dieses aber- nur, weil die Geschichte dieses Reiches, in welcher eine Dynastie die andere stürzte, alle Regenten aber in der Sünde Jerobeams wandel­ten und Ahab zu dieser Sünde noch den Baalsdienst hinzufügte, dem Verf. für seinen Plan viel mehr Stoff bot als die Geschichte des Reiches Juda, welches unter dem Königtum des Hauses Davids eine viel ruhi­gere Entwicklung hatte, von der weniger zu erzählen war. Hievon ab-gesehen werden alle für die Fortentwicklung des Gottesreiches wich tigere Ereignisse des Reiches Juda eben so ausführlich als die wichti­gen Begebenheiten des Reiches Israel beschrieben, und der Verf. läßt beiden Reichen gleiche Gerechtigkeit widerfahren, indem er nachweist, wie der Herr an beiden sich in gleicher Weise bezeugt und beide mit göttlicher Langmut und Gnade getragen hat. Nur mußte dieser Nach-weis nach der verschiedenen Stellung derselben zum Herrn sich ver­schieden gestalten. Jerobeam, der Gründer des Reiches Israel, hatte, als ihm das Königtum über die zehn Stämme verkündet wurde, unter der Bedingung des Wandeins in den Wegen Gottes die Verheißung empfangen, daß Jahve mit ihm sein, ihm ein beständiges Haus bauen, wie er es David gebaut, .und ihm Israel geben werde (1 Kg. 11, 37 f.). Damit war ihm für seine Nachkommen das Königtum über Israel (der zehn Stämme) zugesagt, so lange dieses Reich überhaupt bestehen solte
-         denn auf immer solte es nicht bestclieni die Trennung salbe wieder aufhören, daher ihm auch nicht die beständige Dauer seines Königtums zugesagt wird (s. z. 1 Kg. 11, 38). Aber Jerobeam erfülto diese Bedin­gung nicht, und auch keiner der nachfolgenden Regenten Israels Den-noch hatte der Herr Geduld mit den seinem Gesetze untreuen Königen und Stämmen, ließ sie nicht nur durch seine Propheten fort und fort warnen und durch Androhung von Strafen wie durch Vollziehung der-selben an den Königen und dem ganzen Volke züchtigen, sondern wandte ihnen auch wiederholt seine Gnade zu um seines Bundes mit Abraham willen (2 Kg. 13, 23), um sie noch zur Umkehr zu bewegen
-         bis die Gnadenfrist abgelaufen war, daß das sündige Reich unter-ging und die zehn Stämme nach Medien und Assyrien weggeführt wur­den. -- Im Reiche Jude. dagegen war dem Hause Davids die Thron-folge für alle Zeit zugesagt; darum ließ der Herr die Abtrünnigen zwar durch feindliche Völker züchtigen, aber um seines Knechtes David wil­len dein Königshause immer eine Leuchte scheinen, indem er die dem Götzendienste ergebenen Könige nicht mit Ausrottung ihres Geschlechts bestrafte (1 Kg. 15, 4. 2 Kg. 8, 19), und selbst als die gottlose Athalja allen königlichen Samen umbrachte, den unmündigen Sohn Ahazja's Joas retten und auf den Thron seiner Väter erheben ließ (2 Kg. 11). Dieses Reich konte daher auch, eben weil es in der ununterbrochenen Thronfolge des Davidischen Königshauses eine eben so feste politische, wie in der erwählten Stadt Jerusalem mit dem vom Herrn selbst zur Offenbarungsstätte seines Namens geheiligten Tempel eine nicht minder starke geistliche Grundlage besaß, das Zehnstämmereich um eine ganze Periode überdauern. Nachdem es schon durch den gottlosen Ahaz an den Rand des Verderbens gebracht worden war, erhielt es in Hizkia einen König, welcher das Rechte tat in den Augen Jahve's, ganz wie seiet Vater. David getan, und in der schweren Bedrängnis vonseiten der gewaltigen Heeresmacht des stolzen Sanherib seine Zuflucht zum Herrn nahm, der infolge des Gebets des frommen Königs Jerusalem „um seinet und um seines Knechtes David willen" schüzte und rettete (2 Kg. 19, 34. 20, 6). Als aber endlich durch die lange Regierung des Götzendieners Manasse der Abfall und das sittliche Verderben auch in Jude, so übere.

 Inhalt und Charakter der BB. der Könige. 7 hand nahm, daß selbst der fromme Josia mit der eifrigst betriebenen Cultusreformation nur den äußern Götzendienst abzustellen, aber keine
gründliche Bekehrung des Volks zum Herrn seinem Gott mehr zu be­wirken vermochte, und der Herr als der Heilige Israels den Rathschluß der Verwerfung Juda's von seinem Angesichte um der Sünden Manas­se's willen aussprechen und durch Nebucadnezar vollziehen lassen mußte (2 Kg. 23, 26 f. 24, 3f.), so wurde zwar Jojachin gefangen nach Babel weggeführt und unter Zedekia mit der Verbrennung Jerusalems und des Tempels das Reich zerstört; aber ganz erlöschen ließ der Herr seinem Knechte David die Leuchte nicht, sondern Jojachin wurde, nachdem er 37 Jahre im Gefängnisse zu Babel geschmachtet hatte, seine und seiner Väter Sünden büßend, von Nebucadnezars Sehne aus seinem Gefängnisse befreit und wieder zu Ehren erhoben (2 Kg. 25, 27-30). ---Die Erzählung dieser erfreulichen Wendung des Gefängnisses Jajachiu's, mit welcher die BB. der Könige schließen, gehört so wesentlich mit zum Plane ihres Verfassers, daß ohne diese Mitteilung seinem Werke
der rechte Schluß fehlen würde. Denn dieses Ereignis wirft in die dunkle Nacht des Exils den ersten Lichtstrahl einer besseren Zukunft, welche für den Samen Davids und in ihm zugleich dem ganzen Volke
mit seiner einstigen Erlösung aus Babel anbrechen solte, und verbürgte
ihm die gewisse Erfüllung der Verheißung, daß der Herr dem Samen Davids seine Gnade nicht auf ewig entziehen werde.'
So führen die BB. der Könige die Geschichte des alttestamentlichen Gottesreiches nach dem in 2 Sam. 7 angedeuteten göttlichen Reichs-plane vom Schlusse der Regierung Davids bis zum Exil herab, und ge­ben sich außerdem auch schon durch den formellen Anschluß 1 Kg. 1, 1 an die BB. Samuels als Fortsetzung derselben zu erkennen. Dennoch unterliegt es keinem Zweifel, daß sie von Anfang an eine von den BB. Samuels gesonderte, für sieh bestehende Schrift gebildet haben, deren Selbständigkeit und innere Einheit aus der Gleichmäßigkeit der ge­schichtlichen Betrachtung wie aus der Einheit der Sprache erhellt. Der Verf. citirt von Anfang bis zu Ende, meist nach stehenden Formeln, seine Quellenschriften, gibt bei allen wichtigen Ereignissen die Chro­nologie sorgfältig an (1 Kg. 6, 1. 37 f. 7, 1. 9, 10. 11, 42. 14, 20. 21. 25. 15, 1. 2. 9. 10 u. s. w.), beurteilt das Handeln der Könige durchgängig
1) Keiner Widerlegung bedarf die Behauptung; „Die BB. der Könige bil­den einen Gegensatz zu der Geschichte Davids. Wie diese zeigt, daß Gehorsam gegen Gott und die Aussprüche seiner Propheten belohnt wird, und daß Jehova, wenn er auch strafen muß, doch auf Reue hin seine Gnade wieder kundgibt: so lehren die BB, der Könige, indem sie den Untergang beider hebr. Staaten er-zählen, in der Geschichte beider Reiche, wie durch das Betragen der Menschen schöne Verheißungen rückgängig werden, Dynastien fallen, vgl. 1 Kg. 11, 38 mit 14, 10 und insbesondere 2Kg. 21, 10ff. 23, 27. Die Sünden des einen Manasse sind hinreichend, alle dem Hause David gegebenen Verheißungen zu vernichten" (Asielielie Eint. S. 122), da sie nur auf Mißdeutung von 2 Kg. 21, 10 ff. und Ver­kennung der durch beide BB. der Könige sich hindurchziehenden Idee beruht, überdies auch göttliche Gnadenerweisung gegen reuige Sünder und Bestrafung nach dein Betragen der Menschen keinen Widerspruch bilden.



Pesquisa: Pastor Charles Maciel Vieira


BIBLISCHER COMMENTAR - Das ALTE TESTAMENTS - ZWEITER TEIL: PROPHETISCHE GESCHICHTSBÜCHER - Carl Friedr. Keil und Franz Dezsch - 1876 - 1ª PARTE (Alemão)


EINLEITUNG.
Inhalt und Charakter, Ursprung und Quellen der Bücher
der Könige.
Die Bücher der Könige, ursprünglich auch nur eine Schrift wie die *BB. Samuels und gleich diesen erst von den alexandrinischen Ueber­setzern in zwei Bücher' geteilt (s. die Einl. zu den BB. Sam.), enthal­ten ihrem Namen e•nbn entsprechend die Geschichte des israelitischen Gottesstaates unter den Königen von der Thronbesteigung Salomo's an bis zum Erlöschen des Königtums mit dem Untergange des Reiches Juda bei der Zerstörung Jerusalems durch die Chaldäer und der Weg­führung des Volks in das babylonische Exil, und umfassen einen Zeit­raum von 465 Jahren, von 1015 bis 560 v. Chr. d. i. bis zur Regierung des babylonischen Königs Evilmerodach. Wie nun jedes Reich in sei­nem 13önigtume gipfelt und die Regierung der Könige die Geschicke des Reiches bestirnt, so macht auch die Geschichte der Könige in Israel den Hauptinhalt der nach ihnen benanten Bücher aus, dergestalt daß ..einerseits die Regierungen der einzelnen Könige den historischen und chronologischen lghmon für die Darstellung der geschichtlichen Ent­wicklung des Volkes und Reiches, andrerseits die Hauptphasen der Ge­staltung des Königtums das Teilungsprincip für die drei Perioden bil­den, in welche die Geschichte dieses Zeitraumes und mit ihr der Inhalt unserer Bücher sich gliedert.

  Die erste Periode (1015-975 v. Chr.) umfaßt die 40 Jahre der Regierung Salomo's über das ganze, ungeteilte Reich der zwölf Stämme Israels, in welcher das israelitische Gottesreich auf dem Gipfel seiner irdischen Macht und Herrlichkeit stand, aber gegen Ende derselben schon zu verfallen anfing, indem Salömo durch seinen Abfall vom Herrn in den lezten Jahren seiner Regierung deu Abfall der Zehnstämme vom Hause Davids nach sich zog. --- Die zweite Periode begint mit der Trennung des einen Königreiches in die beiden Reiche Israel (oder der Zehnstämme) und Juda und erstrekt sich über die ganze Dauer der neben einander bestehenden Reiche bis zur Zerstörung des Zehnstäm­mereichs durch die Assyrer, d. i. vom J. 975 bis 722 v. Chr. Die dritte Periode umfaßt die noch übrige Zeit des Fortbest•ehens des Reiches Juda bis zu seiner Auflösung durch die Chaldäer und der Wegführung des Volks in das Exil nach Babel, von 722 bis 560 v. Chr. - Demge­mäß wird im ersten Teile unserer Bücher (1 Kg. 1-XI) die Regierung Salomo's beschrieben, a) nach ihrem Beginne, der Thronbesteigung Salomo's und der Befestigung seines Königtums (c. I u. II); b) in der successiven Entfaltung der Macht und Herrlichkeit seiner Herschaft, durch seine Vermählung, sein Opfer und Gebet zu Gibeon, seine Rich­terweisheit, seine Hofhaltung (III---V, 14), durch den Bau des Tempels und königlichen Palastes und die Tempelweihe (V, 15-IX, 9), durch seine übrigen Bauten und die Gründung von Schiffahrt und Handel (IX, 10-28), durch Ausbreitung des Rufes von seiner Weisheit und durch Mehrung seines Reichtums (X) ; c) nach ihrem endlichen Verfalle infolge der Versündigung des alternden Königs durch Vielweiberei und Abgötterei (XI). Der zweite Teil hebt an mit der Erzählung des Ab-falls der zehn Stämme vom Davidischen Königshause und gibt in syn­chronistischer Erzählung die Geschichte der beiden Reiche in den drei Stadien ihrer Entwicklung: a) der anfänglichen gegenseitigen Befein­dung und Bekämpfung von Jerobeam bis Omri in Israel (XII-XVI, 28); b) der darauf folgenden Befreundung und Verschwägerung der beiden Königshäuser unter Ahab und seinen Söhnen bis zur Ausrottung der beiden Könige, Jorams von Israel und Ahazja's von Juda, durch Jehu (XVI, 29- 2 Kg. X); c) der erneuerten feindlichen Stellung beider Reiche zu einander von Jehu's Thronbesteigung in Israel und Athalja's Thronusurpation in Juda bis zum Untergange des Reiches Israel im 6. Jahre der Regierung Hizkia's" in Juda (XI-XVII). Im dritten Teile endlich wird die Geschichte des Reiches Jude, von Hizkia bis zur Zer­störung Jerusalems durch dieChaldäer erzählt und bis zum 37. Jahre der Gefangenschaft des Königs Jojachin im Exile herabgeführt (XVIII--XXV).

  Obgleich nun die Geschichte der Könige oder die Darstellung sowol der Dauer und der Beschaffenheit ihrer Regierungen, als auch ihrer die Fortentwicklung des Gottesreiches fördernden oder hemmenden Unter­nehmungen den Hauptinhalt unserer Bücher ausmachen, so liefern die-selben doch keine bloße Chronik der Taten und Schicksale der Könige, sondern schildern zugleich das Wirken der Propheten in beiden Rei­chen, teilweise in solcher Ausführlichkeit, daß man darin eine beson­dere „prophetisch-didactische Tendenz" hat finden wollen (Häaern., de Weite, Staeh.) oder das Bestreben, „die Geschichte der israelitisoh­jüdischen Könige im Verhältnisse zu den Forderungen, Taten, Verkün­digungen und Weißagungen der Propheten von Salomo bis auf das ba­bylonische Exil darzustellen" (Kern in Bengel's n. Archiv II, 2. 5.469ff.). ' Allein so unverkennbar auch der prophetisch-didactische Charakter ist, welchen die BB. der Könige mit der gesamten alttestamentlichen Ge­schichtschreibpng gemein haben, so wenig begründet zeigt sich bei ge­nauerer Erwägung ihres Charakters die in ihnen gefundene prophetisch­didactische Tendenz der Geschichtsdarstellung. Denn die Eizählung. ' von- dein Wirken der Propheten ist in die Geschichte der Könige auf-genommen als das geistliche Ferment, welches das israelitische König‑ tuah von Anfang bis zu Ende durchzieht und seiner Entwicklung den Charakter der Gottesherschaft in Israel aufprägt. -=- Als unsichtbarer aber wirklicher König des Bundesvolkes hatte Jahve in den Propheten sich Rüstzeug' seines Geistes geschaffen, welche sein Gesetz und Recht vor den Königen wegen, denselben rathend und leitend oder war­nend und strafend zur Seite standen und wo nötig ihre Aussprüche als Worte Gottes durch Zeichen und Wunder vor dein Volke erwiesen. So ließ der Herr schon Saul und David durch den Propheten Samuel zu Fürsten über sein Volk salben und dem David auch durch den Prophe­ten Nathan die Verheißung von dem ewigen Bestehen seines König­tumes eröffnen (2 Sam. 7). Als aber David später sich versündigte (2 Sam. 11 u. 24), waren es die Propheten Nathan und Gad, welche ihm die göttliche Strafe drohten und, als er seine Sünde erkante und be­reute, Vergebungund die göttliche Gnade ankündigten (2 Sam. 12,1----15 u. 24, 11-19). Dureh Vermittlung des Propheten Nathan wurde auch Salome zum Nachfolger Davids auf dem Throne bestirnt (2 Sam. 12, 25) und gegenüber den Machinationen Adonija's zum Könige gesalbt und eingesezt (1 Kg. 1). Da aber kraft jener göttlichen Verheißung 2 Sam. 7 das Königtunf•%on Salomo ab in seiner Nachkommenschaft forterbte, .so sehen wir in der Folgezeit die Propheten, unter den in den Wegen des Herrn wandelnden Königen nur bei wichtigen Unternehmungen und in schwierigen Lagen des Reiches rathend und helfend wirken, wogegen sie unter den abgöttischen und gottlosen Regenten in der Kraft Gottes dem Götzeüdienste und allem bösen und gottlosen Wesen so energisch entgegentreten, daß 'Fürsten und Volk sich vor ihnen beugen müssen und ihren Gottessprüchen unterliegen. In solcher Weise begleiteten die Propheten als Wächter der Rechte des Gottkönigs und als Dolmetscher seines Rathes und Willens das Königtum auf allen Schritten von Salome bis zum Exile. Unter Salomo scheint zwar das Prophetentum längere Zeit in den Hintergrund getreten zu sein, indem der Herr diesem Kö­nige nicht nur bald nach seiner Thronbesteigung zu Gibeen im Traume, sondern auch nach der Einweihung des Tempels nochmals erschien und ihm die Erfüllung seiner Gebete sowie die Verherrlichung und den ewigen Bestand seines Königtums'unter der Bedingung treuer Befolgung der göttlichen Gebote zusagte (1 Kg. 3, 5ff. 9, 1 ff.) ; aber gegen das Ende . seiner Regierung erhob es sich um so drohender gegen den zum Abfall von Jahve sich hinneigenden König. Ein Prophet war es ohne Zweifel, welcher ihm die Losreißung von zehn Teilen seines Königreiches an-kündigte (1 Kg.11,11 ff.), vielleicht derselbe Achija, welcher dem Jero­beam das Königtum über zehn Stämme verhieß (11, 29 ff.). Nach der Trennung des Reiches aber, als Jerobeam, um seinen Thron zu befesti­gen, die politische Trennung zu einer religiösen machte und zu diesem Behufe den Bilderdienst zur Staatsreligion erhob, da rügten die Prophe­ten fort und fort diesen Abfall und verkündigten den sündigenden Kö­nigen die Ausrottung ihrer Dynastien. Als später Ahab der Sohn Omri's und seine Geinahlin Izebel den phöhizischeu Baals- und Ascheradienst zur Reichsreligion in Israel zu machen versuchten, da führte Elia der Thisbiter, „der Prophet wie Feuer, dass Worte brauten wie eine Fackel" (Sir. 48, 1), mit unwiderstehlicher Gotteskraft den Kampf siegreich gegen die Bäalspropheten und Baalsdiener, und steuerte dem gänzlichen Abfalle des Volks durch Vereinigung der Propheten zu Gemeinsehaften, in welchen der Dienst Jabve's gepflegt und den,Frommen in Israel ein Ersatz geboten wurde für den gesetzlichen Gottesdienst im Tempel, welchen die Frommen in Juda hatten. Aber auch im Reiche Juda fehlte es zu keiner Zeit an Propheten, welche den götzendienerischen Köni­gen die Gerichte des Herrn verkündigten und die frommen und gottes­fürchtigen Regenten in ihren Unternehmungen zur Förderung des reli­giösen Lebens im Volke und zur Hebung des öffentlichen Gottesdien­stes im Tempel kräftig untersttlzten. Da jedoch das Reich Juda das wahre Heiligtum mit dem legitimen Cultus und einer einflußreichen Priester- und Levitenschaft besaß, da ferner das Königtum des Hauses Davids durch auf demselben ruhende göttliche Verheißungen fest ge­gründet war und unter den Königen, welche von Rehabeam an auf dem Throne saßen, mehrere fromme und durch hohe Regententugenden'aus­gezeichnete Herscher waren, so trat hier die Wirksamkeit der Prophe­ten nicht so stark hervor als im Reiche der Zehnstämme, wo sie von Anfang bis zu Ende gegen Abgöttereiund Götzendienst zukämpfen hatten.



Pesquisa: Pastor Charles Maciel Vieira